Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen eigentlich gar nicht so recht wissen, wie sie sich nach einem Verkehrsunfall zu verhalten haben. Ganz unabhängig davon, ob man ein Führerscheinneuling ist oder ein alter Fuchs. Egal, ob Schüler oder Beamter mit Doktortitel.
Gerade ein unverschuldeter Verkehrsunfall ist ärgerlich. Viele haben gleich Mitleid mit dem Unfallgegner, gerade wenn es nur Blechschaden ist. “Dem Ärmsten wird ja schon die Versicherung hochgesetzt”, heißt es dann. Die Polizei wird nicht alarmiert, weil der Unfallgegner auch die Schuld zugibt.
So geschehen im Fall meines Schwagers. Er hat der jungen Frau geglaubt und nicht die Polizei gerufen. Folge: Die Dame war sich nach Rücksprache mit ihrem Anwalt dann doch keiner Schuld mehr bewusst. Die Sache ging dann vor Gericht. Dank eines Zeugen kam mein Schwager dann noch gut weg. Sonst wäre er auf dem Schaden sitzengeblieben.
Damit dies Euch nicht passiert, hier ein paar Verhaltenstipps, wenn ein unverschuldeter Verkehrsunfall stattgefunden hat:
- Fahrzeug nicht wegbewegen! Egal, ob sich hinter einem ein Stau bildet oder andere Verkehrsteilnehmer einen auffordern, dies zu tun.
- Polizei verständigen! Egal, wie sehr der Unfallgegner die Schuld auf sich nimmt und wie eindeutig die Lage ist. Später will sich keiner mehr daran erinnern.
- Daten von Zeugen notieren! Diese können – wie im obigen Fall beschrieben – noch eine wichtige Rolle spielen.
- Einen Anwalt nehmen! Bei einem unverschuldetem Verkehrsunfall muss die gegnerische Versicherung auch die Kosten des eigenen Anwalts übernehmen. Also keine Sorge wegen hoher Anwaltskosten.
- Eigenen Sachverständigen involvieren! Zwar beauftragt die gegnerische Versicherung auch einen. Dieser bewertet jedoch in der Regel im Sinne der Versicherung.
- Auf Fachwerkstatt bestehen! Versicherungen verweisen einen gerne einmal an nicht-autorisierte Vertragswerkstätte. Dem müsst ihr nicht folgen.
Schade eigentlich, dass in Fahrschulen der richtige Umgang bei Verkehrsunfällen nicht gelehrt wird. Oft ist ein unverschuldeter Verkehrsunfall mit Stress verbunden. Man weiß nicht so recht, was man als nächstes tun soll. Da hilft es, wenn man die obigen Ratschläge verinnerlicht.
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Vielen Dank für die nützlichen Hinweise! Ich selber fahre schon seit mittlerweile 14 Jahren unfallfrei, so dass eine solche Situation auch für mich komplett neu wäre. Aber gibt es keine Vorschrift, dass man die Unfallstelle im Falle von erheblicher Verkehrsbehinderung nach Hinzuziehung von Zeugen und Markierung der Fahrzeugumrisse räumen muss, falls die Polizei erst spät kommen kann?
Ich bin im letzten Jahr in einen Verkehrsunfall verwickelt worden, für den ich eigentlich nicht viel konnte. Ich bin Abends mit ca 60 Km/h in eine Unfallstelle gefahren. Es war dunkel und nicht beleuchtet. Eigentlich hatte ich keine Chance auszuweichen, aber bekam trotzdem eine Teilschuld. In dieser Situation wusste ich auch nicht so recht, wie man einen Unfall abarbeitet.
Immer einen Anwalt konsultieren. Der kann ggf. die Strecke nachfragen und auch Teilschuld abwenden.
Meist sagen wir uns, naja der Vorwurf stimmt ja und akzeptieren zu schnell eine Schuld. Ein großer Fehler.